Gedenkstätte Golm auf der Insel Usedom
Die Gedenkstätte auf den Golm liegt in der nähe von Kamminke. Ein kleiner Parkplatz ist unterhalb des Golmes für Besucher vorhanden. Über 20000 Menschen fanden auf dem Golm ihre letzte Ruhe. 1943 wurde auf dem Golm ein Soldatenfriedhof angelegt, für verstorbene Soldaten aus Swinemünder Lazaretten, von den Lazarettschiffen, Opfer von Flugzeugabstürzen, aus einem versenkten U-Boot und von anderen Kriegsschiffen. Am 12. März griffen 671 amerikanische Bombenflugzeuge Swinemünde an. Die Stadt war überfüllt mit Flüchtlingen, welche sich vor der herannahenden Front in Sicherheit bringen wollten. Mehr als 20000 Menschen starben in den Mittagsstunden. Aus Erzählungen ist zu Erfahren, das es fürchterlich war. Die Toten wurden mit Pferdewagen und Lastkraftwagen zum Golm gebracht. Die meisten Menschen wurden in großen Gemeinschaftsgräbern ohne Namen bestattet. In der letzten Zeit gibt es neue Forschungen, das die Anzahl der Toten geringer gewesen sein soll.
Auf Bronzetafeln sind 1667 bekannte Namen von Verstorbenen aufgezeichnet. Ab 1. März 2000 wurde die Anlage vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernommen.
In dieser Dauerausstellung können Sie sich über die Geschichte des Golms informieren. Eine weitere interessante Ausstellung befindet sich in der Dorfkirche Garz.
Der Bansiner Bildhauer Rudolf Leptien schuf 1952/53 die Plastik "Die Frierende Frau im Soldatenmantel". Diese Frau durfte damals nicht aufgestellt werden, weil der Bildhauer Leptien nach Westberlin gegangen war. 1984 wurde Sie auf Leptiens Grundstück in Bansin gefunden und auf dem Golm gestellt.
Blick über die Gedenkstätte auf dem Golm. Im Hintergrund befinden sich eine Ausstellung und sanitäre Anlagen.
1975 errichtete der Rostocker Bildhauer Wolfgang Eckhard den Rundbau aus Beton. "Das nie mehr eine Mutter mehr ihren Sohn beweint", dieser Spruch von Johannes R. Becher sollte alle Menschen zum nachdenken anregen.
Gedenktafeln erinnern an die Toten des Bombenangriffs auf Swinemünde.
Naturschutzgebiet und Aussichtsberg Golm
Vom Berg hat man einen schönen Ausblick auf Swinemünde und die pommersche Bucht an der Swinemündung und bis nach Misdroy. Der Golm ist 69 m hoch und gehört damit zu den höchsten Bergen auf Usedom. Der Name Golm kommt aus dem slavischen und bedeutet Berg. Viele Sagen ranken um den Usedomer Berg. Ein Teil steht unter Naturschutz, wegen seiner interessanten Pflanzenwelt.
Blick Richtung Swinemünder Hochhäuser. Die Wohnhäuser werden einmal für die Beschäftigten in den Werften in Swinemünde gebaut.
Blick auf Kleingartenanlage Friedrichsthal mit Grenzübergang. Im Hintergrund können Sie den Hafen Swinemünde sehen. Der Golm ist mit herrlichen, rund 150 Jahren alten Buchen bewachsen. 1834 wurde auf dem Golm ein Pavillon im griechischen Stil errichtet der als Gaststätte diente. Später entstand auf dem Berg ein einfaches Gartenlokal mit Aussichtsturm, Onkel Toms Hütte genannt als Ausflugsziel für die Swinemünder. Ende 1943 wurde das Lokal geschlossen und der Golm wurde Soldatenfriedhof. Seit 1967 steht der Golm unter Naturschutz. Da die Grenze in Garz jetzt wieder offen ist, werden die Swinemünder Einwohner ihren Berg wohl wieder entdecken. Vielleicht wird sogar wieder eine Ausflugsgaststätte gebaut werden.
Der Golm ist auch ein Naturschutzgebiet, welches wegen seiner interessanten Fauna und Flora seit 1967 unter Naturschutz steht. Hauptsächlich ist der Berg mit Buchen bewachsen. Unterhalb des Berges wurde von einer Firma aus Swinemünde einmal Quellwasser abgefüllt.